Nur noch wenige Wochen bis Weihnachten. Und wie jedes Jahr finden sich vor allem bei vielen Kindern wieder Tiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Kaninchen auf den Wunschzetteln. Auch die anhaltende Coronakrise trägt zur steigenden Nachfrage nach Vierbeinern und Vögeln bei. Wer einen tierischen Mitbewohner bei sich aufnehmen möchte, sollte Impulskäufe allerdings vermeiden, denn Tiere sind fühlende Lebewesen, die nach den Feiertagen nicht einfach wieder umgetauscht werden können. Santa Claus appelliert deshalb an alle Menschen, keine Tiere zu verschenken.

„Wir befürchten einen erneuten Anstieg der Tierverkäufe über die Weihnachtszeit und in Folge davon viele überfüllte Tierheime. Durch die Coronakrise ist die Nachfrage nach tierischen Mitbewohnern enorm gestiegen. Streckenweise waren Zoohandlungen ‚ausverkauft’. Auch Züchter sprechen von langen Wartelisten für Welpen und das Geschäft krimineller Händler im Internet floriert, vor allem, seitdem die Grenzen wieder geöffnet sind“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei der Tierschutzorganisation PETA. „Einem Tier ein Zuhause zu bieten, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zeit- und kostenintensiv ist – und das oftmals für viele Jahre. Deswegen muss die Entscheidung unbedingt wohlüberlegt getroffen werden – und zwar von der ganzen Familie. Tiere sollten niemals gekauft, sondern immer aus Tierheimen oder Tierschutzvereinen adoptiert werden.“

Coronakrise wird Situation verschlimmern

Rund 65.000 Tiere werden jedes Jahr in Deutschland ausgesetzt. PETA befürchtet, dass diese Zahl nach der Coronakrise ansteigen wird, da viele Menschen sich dann nicht mehr ausreichend um ihre tierischen Mitbewohner kümmern können oder wollen. Vielfach machen sich potenzielle Käufer vor der Aufnahme nicht ausreichend Gedanken über das Tier und seine Bedürfnisse. Kleintiere und Vögel aus Zoohandlungen oder Baumärkten beispielsweise sind oft krank und kommen zudem meist aus Zuchtstätten, in denen die Elterntiere als Gebärmaschinen missbraucht werden. Bei Angeboten im Internet wird die Herkunft der angebotenen Tiere häufig ganz verschleiert.

Auch in den Haushalten geht es den kleinen Lebewesen häufig nicht besser. Ist die erste Euphorie vorbei, landen Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und Co. nicht selten in kleinen Käfigen in Kinderzimmern oder in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen. Dort befinden sich aktuell über 350.000 Tiere, die alle auf ein Zuhause warten.

Santa rät: Besucht doch mal ein Tierheim

Wer auch nach Weihnachten noch bereit ist, einem tierischen Begleiter ein neues Zuhause zu bieten, sollte ein Tierheim besuchen oder einen lokalen Tierschutzverein kontaktieren und einen Zwei- oder Vierbeiner adoptieren. Santa´s persönliche Empfehlung: TIKO, das TierschutzKompetenzzentrum des Landestierschutzvereins Kärnten. Von dort hat Santa nämlich bereits 2 Stubentiger zu sich in die gute Weihnachtsstube geholt.

Interessierte werden bei einem Tierheimbesuch schnell herausfinden, dass dort Tiere mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Vorlieben auf ein neues Zuhause warten – es gibt ruhige, aktive, schüchterne und aufgeschlossene Tiere, Welpen und Tiersenioren. Es sollte die Möglichkeit wahrgenommen werden, die Tiere zunächst einmal ausreichend kennenzulernen. Bei Hunden bieten sich gemeinsame Spaziergänge an, bei Katzen kann es sinnvoll sein, einige Stunden im Katzenhaus zu verbringen und sich dem Tier langsam zu nähern. So zeigt sich, ob die Chemie zwischen den Partnern stimmt und einem langen gemeinsamen Leben nichts im Wege steht. Wer sich für ein Tier entscheidet, verpflichtet sich für viele Jahre. So können Kaninchen acht bis zehn Jahre, Hunde und Katzen im Schnitt sogar bis zu 16 Jahre alt werden.

Eine gute Option zu Weihnachten sind tierfreundliche Geschenke: Viele Tierheime, Lebenshöfe und Tierschutzvereine bieten beispielsweise Tierpatenschaften an. Außerdem freuen sich Kinder oftmals über Tiere aus Stoff oder entsprechende Sachbücher, in denen sie Wissen über Vierbeiner erlangen können.

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